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Ehemaliger Spitzenmanager von Intersport erzählt aus seinem Leben

"Ein Rennen endet erst am Zielstrich"

Spitzenmanager im Sportbusiness, Präsident von Intersport International und Chef von Intersport in Deutschland mit Sitz in Heilbronn und dann von heute auf morgen "vor die Tür gesetzt" und entmachtet. So erging es Klaus Jost im Oktober 2014. Er berichtet darüber bei der jährlichen Männervesper im CVJM-Lebenshaus, Schloss Unteröwisheim und stellt das Buch vor "Jost läuft". Bilderbuchkarriere mit Absturz. Gescheitert.

 

Männerabend

Klaus Jost und seine Leidenschaften: Das Laufen und der christliche Glaube, das Kreuz und die Laufschuhe - Das beschreibt auch das Buch über ihn: "Jost läuft"

 

Gespannt hören rund 120 Männer zu im vollbesetzten Schlosskeller, als der einstige Kapitän von Intersport beschreibt, wie er von Bord gehen musste. Aber Jost bleibt nicht bei dieser Havarie stehen. Er erzählt, wie er seinen Weg begann. Wie er in einem Warenhauskonzern angefangen hat, in die Sportwelt kam, seine Welt, und dann Sprosse für Sprosse die Erfolgsleiter erklomm. Darüber hat der Autor Daniel Schneider ein biographisches Buch geschrieben, das den Menschen, Ehemann und Vater sowie den Sportler Klaus Jost beschreibt in Ergänzung zu seiner Leistung als Manager. Klaus Jost lebt mit seiner Familie in Eppingen-Kleingartach im Landkreis Heilbronn. Das Buch ist eine Gesamtschau, nicht eine Teilansicht und noch weniger eine Abrechnung. Die Lebensgeschichte von Klaus Jost wird ergänzt durch Statements von Menschen, die den Manager gut kennen. Auch Jost selbst hat ein paar Lebenstipps beigefügt. Das Buch stellt ihn mit seiner vielseitigen Persönlichkeit vor.

 

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"Das Leben ist eine Achterbahn", sagt er in seinem Vortrag bei der Männervesper und zeigt mit einer Skizze, wo die Höhen und Tiefen in seinem Leben liegen. Geboren in Frankfurt, aufgewachsen in einem sozialen Brennpunkt, in einfachen Familienverhältnissen. Die Mutter muss sich mit viel Energie und Kreativität durchschlagen, um die Familie zu ernähren. Der Vater hatte sich "abgesetzt". Jost lernt früh Verantwortung zu übernehmen und sich zu behaupten. Aber er lernt auch, im Glauben an Jesus Christus Halt zu finden. "Das hat sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen", sagt er. So hat das Buch "Jost läuft" den Untertitel: "Aufstieg, Fall und weiter geht's - auch Topmanager werden getragen." Sein Glaube sei unabhängig von der Situation, in der er stehe, sagt der ehemalige Spitzenmanager. Diese Einstellung hilft ihm im Tief bei Schicksalsschlägen wie Scheidung der Eltern, Krankheit, Misserfolg und macht ihn dankbar auf den Höhen seines Lebens. Jost beschreibt wie man mit einem erklärten christlichen Glauben im Haifischbecken des Top-Managements bestehen könne. "Die Zehn Gebote sind für mich eine Richtlinie und Grenze, die wir nicht ohne Folgen überschreiten können", sagt er. "Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst, gilt immer - auch im Geschäftsleben." Daraus entwickelt er einen fairen Verhandlungsstil, hart, aber ohne, dass der Gegenüber demontiert wird. "Am Ende muss eine Win-win-Situation stehen", sagt er. "Beide Seiten müssen zufrieden sein. Dann hat ein Ergebnis Bestand."

 

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Jost berichtet von Situationen, die auch die Männer im Schlosskeller kennen. Er wirkt authentisch und man nimmt ihm ab, was er sagt. Mit seiner ruhigen und überlegten Art beeindruckt Jost - und motiviert. Er macht nachdenklich  und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen. "Man muss auch mal das Unerwartete tun", sagt Jost. Beim Aushalten der Tiefschläge hilft ihm seine "Sportlerseele". Er ist Langstreckenläufer und weiß: "Ein Rennen endet erst am Zielstrich." Sein Favorit ist der Rennsteiglauf über die Höhen des Thüringer Waldes.

Nach seinem Rauswurf bei Intersport verzog sich Jost nicht in ein Schneckenhaus oder begann eine Schlammschlacht mit Argumenten unter der Gürtellinie, sondern arbeitete zunächst selbstständig als Berater und ist heute Geschäftsführer in einer bedeutenden christlichen Verlagsgruppe. "Ich versuche ein hervorragendes Produkt bekannt zu machen und Menschen dafür zu gewinnen", sagt er. Ein motivierendes Beispiel hat er zusammen mit Autor David Schneider selbst hinzugefügt.

 

Martin Stock